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Hände verschränkt, im tiefen Labyrinth funkeln Sterne.

Hände verschränkt, im tiefen Labyrinth funkeln Sterne.


Im Inneren des Labyrinths im Untergrund scheint die Sonne das ganze Jahr über nicht. Die Wände hier sind aus schimmernden, tiefblauen Steinen gebaut, und die sich kreuzenden Korridore winden wie Schlangen. Unzählige Abzweigungen entfalten im Dunkeln und im Spiel von Licht und Schatten ein geheimnisvolles Gesicht.

Su Fan ist ein stiller, zurückhaltender Junge, und andere sagen oft, dass sein Blick wie die Sterne aussieht, die in den Wolken wohnen, unerreichbar und von einem Hauch Kälte umgeben. Er zeigt in seinen Bewegungen eine gewisse Abgeschiedenheit, hat aber einen tief verwurzelten, hartnäckigen Kampfgeist. Seine Finger umschlingen ein sanftes Licht, das ein magisches Zeichen ist, das ihm angeboren ist. Seine Welt bestand ursprünglich nur aus sich selbst, bis er eines Winternachmittags Li Luo traf.

Li Luo ist sanft wie eine Brise, aber auch hartnäckig. Ihre Augen schimmern in einem silbernen Licht, so zart, dass sie nicht wie die einer gewöhnlichen Person wirken, doch sie birgt eine berührende Stärke. Im Gegensatz zu Su Fan spricht sie viel und sanft und findet immer einen Riss im unbewussten Abstand des anderen, in den sie leise in seine Welt eindringt.

Eines Tages betreten sie das sagenumwobene Labyrinth im Untergrund. Dies ist der Prüfungsort der magischen Ritter und das Zentrum, das von alten Familien über Generationen hinweg bewacht wird. Auf den Wänden des Labyrinths leuchten unzählige magische Schriftzeichen und breiten sich wie der Fluss der Sterne aus – einige vermitteln ein Gefühl der Ruhe, während andere wie Schlangenzungen gefährliche Bedrohungen ausstoßen.

Su Fan ergreift Li Luos Hand, weil die Dunkelheit hier zu dicht ist und die magische Energie in der Luft brodelt. Er weiß, dass selbst ein kleiner Fehler sie für immer vom Boden fernhalten könnte. Von Li Luos Körperwärme spürt er, dass er seine Hand zurückziehen möchte, doch Li Luo hat niemals losgelassen und sagt nur sanft: „Ich habe keine Angst vor der Dunkelheit, sondern davor, dich nicht finden zu können.“

Dieser Satz wirkt wie ein Schlüssel und öffnet mühelos die seit langem angehäufte Einsamkeit und Vorsicht von Su Fan. Er blickt auf Li Luo herab; ihr Blick strömt sanft über die Wiese und trägt die Entschlossenheit eines Schwertes, während sie den Schmerz des Winds verbirgt.




„Was fürchtest du?“ fragt Li Luo plötzlich mit einer leichten Stimme, die jedoch äußerst aufmerksam ist.

Su Fan schweigt einen Moment, während die Lichtstrahlen der Schriftzeichen in seinen Augen flackern. „Ich fürchte... dass ich am Ende nicht hinauskomme.“ Seine Stimme ist rau, wie ein Atemzug, der im untersten Teil der Welt verborgen ist.

Li Luo lächelt sanft, ein kleiner, entschlossener Glanz strömt von ihren Handflächen durch die Zwischenräume ihrer miteinander verbundenen Finger: „Wir werden uns nicht verlieren, denn wir werden immer einander festhalten.“

So setzen sie ihren Weg in dieser unterirdischen Welt fort.

Jedes Mal, wenn sie an eine Abzweigung kommen, aktivieren die magischen Schriftzeichen an der Wand unterschiedliche Lichtspiele – einige verwandeln sich in silberne Flügel, die sie nach vorne führen, während andere, wie ein Blick, Rätsel auf der Seelenebene aufwerfen. Su Fan ist von Natur aus wachsam, während Li Luo furchtlos bleibt. Sie wirkt, als löse sie ein komplexes Puzzle und diskutiert sanft mit Su Fan über die Bedeutung jedes Schriftzeichens.

Einmal entdecken sie an der Wand ein seltsames dunkles Muster. Als Su Fan mit seinem Finger leicht hintoucht, scheinen die Schriftzeichen ihre Verbindung zu Li Luo zu erkennen und setzen ein Bild frei, das die vergangenen Wächter zeigt, die zusammen blieben.

Li Luo flüstert: „So muss man also die Kraft von zwei Personen nutzen, um dieses Labyrinth wirklich zu öffnen.“ Sie lehnt ihren Kopf auf Su Fans Schulter, und ihre Stimme klingt wie ein Feder, die über die empfindlichen Saiten seines Herzens streicht: „Wir können das auch schaffen, oder?“




Su Fans Blick ruht auf ihrer Wange: „Wenn es du bist, dann können wir das.“

Die schüchterne Zustimmung blüht in Stille zwischen ihnen auf.

Die Zeit scheint unter der Erdoberfläche eingeschlossen zu sein; die Stürme, das Gewitter und der Wechsel der Jahreszeiten scheinen diese Welt nicht stören zu können. Su Fan und Li Luo lehnen sich aneinander, und jede Nacht sitzen sie im Glanz der magischen Aura und teilen die geheimsten Geschichten ihrer Seelen.

Li Luo hatte einst sanft gesagt: „Weißt du, meine größte Angst vor der Einsamkeit ist nicht die Dunkelheit, sondern dass niemand mir zuhört.“ Ihre Stimme schimmert im Licht der tiefblauen Schriftzeichen: „Früher, wenn ich eine Geschichte erzählte, stellte ich mir vor, dass jemand an meiner Seite nickt. Dieser jemand bist du.“

Su Fan senkt hastig den Kopf. „Ich dachte immer... ich kann diesen Weg allein gehen, aber jetzt, mit dir an meiner Seite, beginne ich, alles, was vorher war, ändern zu wollen.“

Die Welt beginnt, sanfter zu werden. Egal, wie verschlungen das Labyrinth außen oder wie scharfkantig die Schriftzeichen sind, solange sie sich einen Augenblick lang in die Augen sehen, wird alles ruhig.

Als sie die tiefste Schicht des Labyrinths erreichen, beginnen die Schriftzeichen auffällig zu pulsieren, als ob tausend Blumen erblühen. Sie finden ein riesiges Steintor, auf dem ineinander verschlungene Schriftzeichen eingraviert sind – als wäre es ein Seelenprüfungsort, der nur ihnen beiden gehört.

Li Luo liest sanft die Schriftzeichen vor: „Nur durch das Halten der Liebe kann man die Grenze zwischen Illusion und Realität überschreiten.“

Su Fan nickt und ergreift erneut fest Li Luos Hand. Ihre Handflächen sind leicht feucht vor Wärme. Er führt Li Luo aktiv über das Steintor, und ihre Schritte sind fest, als ob ihre Seelen wirklich eng verbunden sind.

In dem Moment, in dem das Tor sich öffnet, erhellen die Schriftzeichen im Inneren des Labyrinths wie ein Sternenhimmel die Nacht, unzählige sanfte Lichter umarmen sie. Ein Himmelsschacht öffnet sich, und zahlreiche magische Strahlen strömen wie ein silberner Wasserfall herab. In diesem Moment sind sie vollständig vom Dunkel der Außenwelt und der kalten Einsamkeit getrennt und umgeben von einem kleinen Universum, das nur ihnen gehört.

Li Luo legt Su Fans Hand auf ihr Herz, ihre warme Herzschlag ist bis zu den Fingerspitzen spürbar: „Glaubst du, die Welt ist so schön, weil jemand dich liebt?“

Su Fan schaut zum schimmernden magischen Muster über ihnen und sagt: „Vielleicht. Aber wenn du nicht an meiner Seite bist, kann ich all diese Schönheit nicht sehen.“

Li Luos Augenwinkel lächeln, ihr Lächeln ist voller Zärtlichkeit und Stärke der Welt. Sie antwortet sanft: „Dann schauen wir weiter und finden zusammen unseren Ausgang.“

Die Reise endet hier nicht.

Obwohl hinter dem Steintor noch unzählige Herausforderungen im Labyrinth warten, denken sie nicht mehr daran, sich zu trennen. Jede Schriftzeichen, jeder Herzschlag, jedes Teilen von Kindheit und Träumen festigt die Bande zwischen ihnen weiter.

Manchmal hält Su Fan plötzlich an und studiert die geheimen Schriftzeichen an der Wand. Li Luo skizziert intuitiv mit magischem Licht die Muster. Jedes Mal, wenn sie die Schriftzeichen gemeinsam vervollständigen, wird der Raum im Labyrinth hell, und die Luft erfüllt sich mit einem unaussprechlichen Duft. Manchmal riecht es nach Erde nach dem Regen, manchmal ist es der Wasserdampf in der frühlichtenden Morgenstunde, und manchmal ist es der zarte Duft, der entsteht, wenn ihre Atemzüge sich kreuzen.

An einem Abend ruhen sie in einem extrem versteckten Raum. Li Luo lehnt sich ruhig an Su Fans Seite und beginnt sanft zu erzählen, von ihrem liebsten Mythos aus der Kindheit. Der Protagonist der Geschichte ist ebenfalls ein einsames Paar von Reisenden, das zuletzt durch die Liebe zueinander alle Prüfungen überwinnt und das legendäre Ziel erreicht.

Su Fan hört zu und fragt plötzlich: „Wenn wir wirklich das Ende des Labyrinths erreichen, wo möchtest du dann hingehen?“

Li Luo ist kurz überrascht und sieht dann ernsthaft Su Fan an: „Es ist egal, wohin, solange ich mit dir bin.“

In diesem Moment gibt die Wand der Schriftzeichen im tiefsten Teil des unterirdischen Labyrinths ein tiefes Brummen von sich. Die beiden sehen sich an und erkennen, dass die letzte Prüfung die größten Geheimnisse und Ängste des jeweils anderen ans Licht bringen muss.

Die Schriftzeichen wogen; der Boden unter ihren Füßen senkt sich um einen halben Zoll, ein silberner Lichtstrom umwickelt sie und trennt sie voneinander. Das Herz des Labyrinths verlangt, dass jeder seine tiefsten Ängste ausspricht, damit sie wiedervereint werden können.

Su Fan atmet hastig, kaltes Schweißperlen laufen ihm über die Wangen. Er spürt einen unmerklichen Druck in der Luft, und die Schriftzeichen flüstern „Einsamkeit“ – der Schmerz, den er immer abgelehnt hat. Er möchte sich umdrehen und fliehen, aber Li Luos Rücken ist klar zu sehen; sie ist ebenfalls von den leuchtenden Schriftzeichen umgeben.

Li Luo dreht sich nicht um, sondern spricht leise: „Su Fan, ich habe Angst, dass du mich wegstoßen könntest, dass du mich nicht mehr brauchst. Aber ich habe mehr Angst, diese Dinge nicht auszusprechen und für immer in meiner eigenen Welt zu leben.“

Su Fan hält den Atem an, sein Hals ist verstopft. Endlich gesteht er: „Ich habe mein ganzes Leben lang Angst vor dem Verlust gehabt, aber jetzt, ich würde lieber scheitern, als dich zu verlieren.“

Kaum hat er das gesagt, flackern die Schriftzeichen plötzlich und verschlingen die Dunkelheit und die Angst. Das Licht verbindet sich erneut, Li Luo dreht sich um und springt zu Su Fan, die beiden umarmen sich fest, als ob sie, selbst wenn die Welt zusammenbricht, nicht loslassen wollen.

Die magischen Schriftzeichen an den Steinwänden des Labyrinths verwandeln sich in das sanfteste Gold. Es ist der Segen der kleinen Welt für ein mutiges Paar von Reisenden; sie halten Händchen und weben ihre Liebe in das strahlendste Licht, das alle dunklen Ecken erhellt.

Von da an, egal wie viele unerreichbare Schichten im unterirdischen Labyrinth warten, oder wie viele unbekannte Abzweigungen es gibt, Su Fan und Li Luo verstehen bereits, dass sie, solange sie einander festhalten, egal wie einsam und kalt die Welt auch sein mag, alles Zärtliche in den Augen des anderen sehen können.

Eines Nachts liegen sie in der ruhigsten Ecke des Labyrinths, und Su Fan fragt leise: „Li Luo, wenn die Welt zusammenbricht, würdest du dann meine Hand halten?“

Li Luo lächelt scherzhaft und tippt leicht auf seine Nasenspitze: „Es sei denn, du schubst mich hinaus, sonst werde ich dein Hand für den Rest meines Lebens nicht loslassen.“

Sie sehen sich an und lächeln, der Glanz der Sterne verblasst gegenüber ihrem Blick. Die umliegenden magischen Schriftzeichen wirbeln wie ein Traum und bilden ihre eigene Welt, durchdrungen von zärtlicher Liebe, die niemals vergeht.

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