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Magische Wanderer durchqueren die Neonstraßen.

Magische Wanderer durchqueren die Neonstraßen.


Neon- und Wolkenkratzerstadt, die niemals schläft. In der Nacht vereinigen sich die Lichter der tausend Häuser zu einem bunten Fluss, als ob ein unsichtbarer Meister ein farbenfrohes Gemälde an den Himmel werfen würde. Efiol steht am Rand eines Gebäudes, unter ihm weht der heulende Wind und die Lichtermeere der Stadt, die die Träume reflektieren. In seiner Hand hält er eine Taschenuhr mit metallischen Mustern, das einzige Beweisstück von der Nacht, in der er mit dem Mysteriösen in Berührung kam.

In diesem Moment schlagen sein Herzschlag und der Puls der Stadt synchron. Er schaut zurück, und ein silbernes Licht erscheint neben ihm, es ist die westliche Göttin Aierli. Aierli sieht nicht aus wie die Zauberer aus den Legenden, die in langen, schwarzen Roben gekleidet sind; sie trägt einen silbergrauen Anzug, ihre schneeweißen Haare sind zu Zöpfen geflochten, die über ihre Schultern fallen, und ihre glasartigen Augen leuchten in der Dunkelheit. Aierli lächelt, als sie sieht, wie Efiol tief durchatmet: „Hast du Angst?“

„Es ist nicht Angst, es ist Aufregung.“ Efiol senkt seine Stimme, seine Augen funkeln mit Entschlossenheit und Verlangen, „Gehen wir von hier aus hinunter?“

Aierli lächelt sanft und formt in ihrer Hand ein schimmerndes Rune, das wie eine Sternschnuppe leuchtet. „Denk daran, das ist kein gewöhnliches Abenteuer. Was wir suchen, wird das Schicksal dieser ganzen Stadt verändern.“

Sie springen Seite an Seite und gleiten über leuchtende Werbeanzeigen und endlose Hochhausverglasungen. Die Sohlen ihrer Schuhe durchschneiden die Luft, und ein tiefes, angenehmes Geräusch entsteht. Der Nachtwind weht durch Efiols Haare, sein Blick ist fokussiert, er fühlt, dass er zwischen Zeit und Realität fliegt.

Im Moment der Landung gleiten die beiden lautlos in ein leerstehendes Bürogebäude. Um sie herum gibt es nur das schwache blaue Licht der in den Ruhezustand versetzten Computer, und das einzige andere Licht kommt von der Rune in Aierlis Hand. Efiol berührt mit den Fingern die Uhr an seiner Hüfte, der Schlüssel zu dieser Schatzsuche. Er fragt leise: „Warum suchen wir dieses verlorene Artefakt?“




Aierli drückt die Rune sanft an den Türspalt, und die lichterfüllten Punkte breiten sich instantan aus, als ob ein zarter silberner Nebel durch den Raum fließt. „In dieser Uhr ist ein Stück eines Kristalls namens Shinal versiegelt. Man sagt, es sei ein Seelenfragment, das ein antiker Wächter in die Welt hinterlassen hat. Wenn es in die Hände eines gierigen Menschen gelangt, wird die Zukunft der Stadt in Dunkelheit gehüllt.“

Im Dunkeln schlägt Efiols Herz wie ein Trommelschlag. Er erinnert sich, dass seine Mutter immer sagte: „Jede Stadt hat eine Seele, und auch Träume.“ Er fragt leise: „Aber wo werden wir es finden?“

„Komm mit mir.“ Aierli schwingt sanft ihre Hand, und in der Luft erscheinen leicht schwankende Illusionen, ein Weg, den nur die Götter sehen können. Die beiden kriechen weiter, die Treppen hinauf. Mit jedem Schritt entfernt sich das Licht der Stadt aus den Glasfenstern neben ihnen immer mehr, als ob alle Zivilisation in eine stille Tiefe versinkt und nur Aierlis Schritte in der Nacht zu hören sind.

Sie halten vor einem geheimen Raum im obersten Stockwerk an, die Tür ist mit einem komplexen Zahlenschloss ausgestattet. Aierli berührt die Wand, ihre Finger ziehen einen anmutigen Bogen, während sie einen alten und seltsamen Zauberspruch murmelt. Die Zifferntasten blitzen mit einem subtilen Licht auf, das langsam in der Wand verschwindet und eine geheime Kammer freigibt.

In der geheimen Kammer steht ein kunstvoll verziertes Glas mit einem spiralförmigen Symbol. Aierlis silberne Augen erscheinen im nächtlichen Licht und den Schatten des Glases besonders geheimnisvoll. Efiol zögert einen Moment: „Gibt es hier Fallen?“

„Das menschliche Herz ist die schwierigste Falle.“ Aierli antwortet gelassen, ihre Stimme trägt die Weisheit voller Sterne.

Gerade als Efiol mehr fragen möchte, ertönt aus der Tiefe des Raumes plötzlich das Geräusch eines fallenden schweren Gegenstands und hastiges Keuchen. Efiol springt sofort durch die Tür und sieht eine flinke Gestalt in einem schwarzen Kapuzenmantel, die neben einem Metallgerüst auf dem Boden liegt und gerade versucht, eine kristallene Box aus dem Dunkel zu ziehen.




Aierli schwingt ihre Hand, und ein silberner Lichtstrahl überwältigt die Person. Der schwarze Kleidungsstück zerrt und zieht den Hut ab, und zwei tiefgrüne Augen zeigen Panik. Efiol tritt vor, hält ihre ausgestreckte Hand auf und fragt mit gesenkter Stimme: „Wer bist du?“

Das Mädchen lächelt kalt, „Es wird jemanden geben, der sich an den Namen ‘Hain’ erinnert.“

Aierli blickt sie an, ihre Stimme ist frostig: „Dieser Name… ist eine Spur, die der Wächter von Shinal hinterlassen hat!“

Hains Hand umklammert die kristallene Box, und ein scharfer Ausdruck des Zweifels taucht auf ihrem Gesicht auf. „Ihr wollt dieses Artefakt, aber seid ihr auch bereit, einen Preis zu zahlen?“

Efiols Stirn runzelt sich, und er wendet sich an Aierli: „Was müssen wir tun?“

Aierli bleibt ruhig und beugt sich, um auf Augenhöhe mit Hain zu sein: „Das Artefakt darf nicht in die Hände von Übelwollenden fallen. Wir wollen nur die Seele der Stadt beschützen. Wenn du uns vertraust, kann ich dir die ganze Geschichte dieses Ortes erzählen.“

Ein Hauch von Zweifel flackert in Hains Augen auf, dann spricht sie mit etwas Niedergeschlagenheit: „Ich wollte nur das Wunder bezeugen. Mein Vater erzählte mir, dass dieses Artefakt das Schicksal dieser Stadt verändert hat. Vielleicht wird es mir helfen, die verloren gegangenen Angehörigen zu finden.“

Efiol spricht leise: „Vielleicht können wir diesen Wunsch gemeinsam erfüllen.“

Die drei schauen sich an und verleihen in der stillen Nacht ein flüchtiges Schwur. Die Lichter werfen ihre Schatten zusammen.

Aierli holt einen kleinen blauen Edelstein aus ihrer Brusttasche und legt ihn neben die kristallene Box: „Um den Shinal-Kristall zu aktivieren, müssen wir vereint sein. Ich werde den Zauber sprechen, und ihr wiederholt ihn nach mir.“

Das schwache Licht des Raumes streichelt über ihre Gesichter, während Aierli einen langen, fremden Zauberspruch rezitiert, der an der Wand in bewegliche Lichtmuster glüht. Efiol berührt behutsam den Kristall, während Hain den Anhänger in die Vertiefung steckt. Silberschimmer und blaue Lichtstrahlen vermischen sich, und aus der Box erscheint ein kristallener, pulsierender Herzschlag, der ein tiefes Grummeln von sich gibt.

„Schnell, vereint die Taschenuhr mit dem Kristall!“ Aierli sagt hastig.

Efiol folgt ihrem Hinweis und öffnet langsam die Uhr, um sie auf den Kristall zu legen. Im selben Moment wird der gesamte Raum unruhig, die Stadtlichter scheinen plötzlich zu verblassen und nur der kristallene Herzschlag pulsiert sanft.

Ein sanftes Licht strömt aus dem Kristall heraus und breitet sich um sie herum aus. Efiol erkennt erstaunt, dass viele Szenen in seinem Kopf auftauchen: Kinder, die im Regen laufen, ein älterer Mann, der lächelnd die Hand eines Marktverkäufers hält, Menschen, die für ihre Träume schwitzen und rennen, während die Stadt sich im Laufe der Zeit ständig verändert, doch immer hell und widerstandsfähig bleibt.

„Das ist die wahre Seele einer Stadt.“ Aierli spricht leise, „Sie besteht aus den Träumen und dem Mut jeder Person. Der Shinal-Kristall verbindet diese Kräfte, vertreibt Gier und Dunkelheit.“

Ein warmer Glanz breitet sich auf Hains Gesicht aus, und sie murmelt: „Also beschützen wir nicht das Artefakt selbst, sondern diese Erinnerungen…“

Plötzlich beginnt der Boden zu beben, und eine Riss breitet sich schnell in der Mitte des Raumes aus. Kaltes metallisches Licht blitzt durch den Riss, und ein kräftiger Mann in einem langen schwarzen Mantel stürmt in den geheimen Raum. Seine Finger sind von elektrischem Licht umhüllt, sein Gesicht ist scharf geschnitten, und seine Pupillen sind wie Tinte.

„Habt ihr das Artefakt gefunden?“ fragt die tiefe Stimme des Mannes, die Unbarmherzigkeit ausstrahlt.

„Wer sind Sie?“ Efiol hält die Taschenuhr fest und steht zwischen Hain und Aierli.

„Ich heiße Leismann und bin einer der Verwalter dieser Stadt. Ich habe euch lange verfolgt, und nun gebt mir den Shinal-Kristall.“

Aierli hebt ihren Kopf, ihr silbernes Haar weht im Wind, und ihr ansehen ist unerschrocken: „Der Shinal-Kristall darf nicht in die Hände einer Partei fallen. Er muss dem Willen der Stadt zurückgegeben werden. Wenn du gewaltsam versuchst zu nehmen, wirst du nur Chaos in die Stadt bringen.“

Leismann lacht kalt, er schwingt den Blitz in seiner Hand und schießt auf die drei zu. Hain schreit erschrocken, während Efiol den Atem anhält und seine ganze Konzentration aufbringt. Aierli handelt schnell, ihre Hände formen schnell ein Siegel, und aus der Luft breitet sich ein goldenes Schutzschild aus, das den Blitz abwehrt.

„Efiol, jetzt liegt die Wahl bei dir.“ Aierli spricht leise, „Vertraust du den Träumen der Stadt oder gibst du sie in die Hände der Macht?“

Efiol schaut auf die Taschenuhr in seiner Hand, dann zu Hain und Aierli. „Ich wähle, das zu glauben, was wir beschützen – Träume, Mut und Gemeinschaft.“

Obwohl Efiols Stimme zittert, ist sie unglaublich fest. Langsam bringt er die Taschenuhr und den Kristall zusammen, seine Hände berühren die leuchtenden Runen, und er murmelt leise den Zauberspruch, den er sich zuvor gemerkt hat. Die Stadtillusion verdichtet sich erneut, das Licht strömt vom Boden auf und wäscht sich schichtweise durch den geheimen Raum, wie eine Flut, die den gesamten Nachthimmel überflutet.

Leismann wird im Licht allmählich erschöpft, seine Figur wird immer blasser, am Ende bleibt nur noch eine Stimme: „Träume sind zu illusorisch, aber ihr seid noch jung und habt das Recht zu wählen…“

Der geheime Raum wird plötzlich ruhig. Der Shinal-Kristall dreht sich in der Luft, und schließlich verwandelt er sich in einen Strahl goldenes Licht, der in Efiols Taschenuhr schmilzt und ruhig ausruht.

Hain greift fest nach Efiols Hand und sagt aufgeregt: „Wir haben es wirklich geschafft!“

Aierli lächelt sanft und umarmt die beiden: „Ihr habt nicht nur das Artefakt beschützt, sondern auch die Hoffnung der Stadt.“

Der Nachtwind weht erneut durch das Fenster, während Efiol auf die hell erleuchtete Straße in der Ferne schaut, und ein Hauch von Unruhe in seinem Herzen schwindet. Von nun an ist er nicht mehr nur ein gewöhnlicher Stadtjunge, sondern der mutige Beschützer dieser Stadt. Hain bleibt in dem Café in der Stadt arbeiten und lädt ihn gelegentlich ein, zurückzukehren zu dem alten Hochhaus, um von der obersten Bank aus auf die flimmernden Lichter zu blicken. Aierli hingegen wandert weiterhin zwischen Neon und Schatten, erscheint gelegentlich und verschwindet dann wieder in der Dunkelheit der Nacht.

Immer wenn die Stadt in kurzzeitiges Chaos gerät, hält Efiol die Taschenuhr fest in der Hand und schaut auf die endlosen Lichter draußen. Er weiß, solange Mut, Träume und Gemeinschaft bestehen, wird diese goldlich glühende Stadt immer weiter strahlen.

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